{"id":1032,"date":"2017-05-13T17:27:58","date_gmt":"2017-05-13T15:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/s-kreuzer.de\/?p=1032"},"modified":"2017-06-04T10:49:50","modified_gmt":"2017-06-04T08:49:50","slug":"aufregung-pur-ein-neuer-s-jolli-fuer-wilhelm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/s-kreuzer.de\/?p=1032","title":{"rendered":"Aufregung pur &#8211; ein neuer S-Jolli f\u00fcr Wilhelm"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Vorwort<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Der 16m\u00b2 Jollenkreuzer ist ein wundervolles Segelboot, man kann damit Fahrten auf Gew\u00e4ssern unternehmen, die vielen anderen Seglern verschlossen bleiben (der Tiefgang betr\u00e4gt minimal 20 cm), man kann in urspr\u00fcnglichster Form Wasserwandern (einschlie\u00dflich \u00dcbernachten in der \u201eSchlupfkaj\u00fcte\u201c), weil er ein gro\u00dfes Cockpit zum Leben auf dem Wasser hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1033 aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?resize=439%2C330&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?resize=700%2C525&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Doris-auf-S.jpg?w=1385&amp;ssl=1 1385w\" sizes=\"auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Man kann \u2013 und sollte \u2013 mit ihm aber auch das Regattasegeln betreiben, weil er ein schneller, dynamischer Jollenkreuzer ist und die Regattafreunde eine Klasse f\u00fcr sich sind, die ich seit mehr als 50 Jahre genie\u00dfen durfte. In der 16er Familie habe ich mich immer wohl gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>Um auch anderen Seglerinnen und Seglern meine Freude an dieser Konstruktionsklasse teilhaben zu lassen, werde ich in Abst\u00e4nden meine Erlebnisse beim Bau eines neuen Schiffes berichten, wobei ich hoffe, dass sich die Abenteuer beim Bau doch in Grenzen halten<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ol>\n<li><strong> Teil <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong><u>Ideen brauchen Zeit!<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Einmal im Leben selbst ein Boot bauen, na ja, wenigstens einmal nach eigenen Ideen ein Boot bauen lassen \u2013 das war die Idee. Vielleicht habe ich mich deshalb auch sehr interessiert, als Doris + Paschi den S 454 aus der Taufe gehoben haben, ihr Baby!<\/p>\n<p>Das Gl\u00fcck hat es gut mit mir gemeint, ich habe ein wenig Geld zur Seite legen k\u00f6nnen, wir haben keine Kinder zu versorgen, ich bin alt genug zum Segeln und hoffentlich noch nicht zu alt. Immerhin hat Walter Riedel in meinem Alter noch die Meisterschaft der S-Kreuzer auf dem D\u00fcmmer gewonnen.<\/p>\n<p>Warum sollte ich keinen S-Kreuzer nach meinen Vorstellungen kreieren? Ein gewichtiger Einwand: die \u201eLahme Ente\u201c S 399 k\u00f6nnte es mir \u00fcbel nehmen. Immerhin hat sie mich (und Paschi) seit 1987 treu zu vielen Meisterschaften begleitet, und auch heute noch ist sie durchaus das Ma\u00df eines regattaf\u00e4higen S-Kreuzers! Au\u00dferdem ein wundersch\u00f6nes Holzboot \u2013 mit eigenem Charakter! Leider aber auch ein Arbeitsschiff, es bedarf schon einiger Physis und einigen Willens, das Schiff zu beherrschen. Und da wir doch in die Jahre gekommen sind, besonders ich, und noch einige Jahre Regatten segeln m\u00f6chten, t\u00e4te mir ein Boot, leichter beherrschbar wie die von Marc Hoffmann, doch sehr gut.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Drei\u00dfig Jahre habe ich die \u201eEnte\u201c gut beh\u00fctet, da darf doch auch wohl ein Junges auf den See. Hoffentlich mindestens genauso sch\u00f6n, jung und modern und in der Lage, alte Segler wie Paschi und mich noch lange aufrecht zu halten! Auch das ist meine Vorstellung eines neuen S-Kreuzers. Au\u00dferdem: in wessen Seglers Herz und Hirn lebt nicht der Gedanke, das kann man doch besser machen, einfacher, schneller.<\/p>\n<p>Am 4.8.2014 habe ich mir am Neusiedler See ein Notizbuch gekauft, mit Paschi und vielen anderen geredet und geredet, Ideen gesammelt und verworfen. Reiner Herget gab einen weiteren Schub, als er verk\u00fcndete, bei Juliane Hempel einen neuen Riss in Auftrag gegeben zu haben. Das brauchte ich noch, ich konnte mich anh\u00e4ngen, der Riss wurde konkreter. Im Februar 2016 habe ich die Linien gesehen und mich bei Reiner Herget in das Projekt eingeklinkt. Er hat sich das n\u00f6tige Knowhow angeeignet bzw. die richtigen Leute an Land gezogen, mit denen er zun\u00e4chst eine Positiv-Form bauen bzw. fr\u00e4sen konnte, von der er dann wiederum die Negativform abgezogen hat, in der dann mein Rumpf gebaut werden konnte. Reiner hatte im Dezember den ersten Rumpf gefertigt, meiner sollte der zweite sein.<\/p>\n<p>Die Negativ-Form nach dem Riss von Juliane Hempel sah f\u00fcr mich schon schnell aus, obwohl ich ja zugeben muss, ich konnte mir nicht so recht vorstellen, wie eine Zeichnung eines S-Kreuzers mit dem realen Objekt \u00fcbereinstimmt. Aber als ich die Form gesehen habe, war ich \u00fcberzeugt, das Modell kann laufen! Und \u2013 Juliane Hempel hat schon einige schnelle Bootsrisse gezeichnet! (Man schaue nur mal ins Netz und gebe ihren Namen mit den 5,5ern ein.<\/p>\n<p>Mit Jens von der Werft Fricke &amp; Dannhus habe ich lange diskutiert und einiges erfahren, dann stand f\u00fcr mich fest, ein Sandwich-Aufbau soll die n\u00f6tige Festigkeit bringen, Reiner habe ich zu dieser Bauweise \u00fcberredet, auch wenn es (wieder einmal) teurer wird.<\/p>\n<p>2. Teil<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein Rumpf aus V\u00f6hringen<br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Geburtsstunde \u201emeines\u201c Rumpfes wollte ich nicht verpassen, au\u00dferdem ist ein Wochenende in und um Ulm doch nett (wie auch Doris gefunden hat), und ich wollte Reiner und Daniel beim Legen der Glasmatten und Wabengewebe zuschauen.<\/p>\n<p>Aber &#8211; geht das gut? Ein Rumpf aus Bayern f\u00fcr einen Niedersachsen, der auf einer D\u00fcmmerwerft den 16er bauen lassen will! Doch, das geht und wie! Reiner hat die (Negativ)-Form penibel bearbeitet, man kann es an dem ersten Rumpf sehen, der bei ihm im Garten liegt und auf den Ausbau wartet. Reiner und Daniel haben schon die Glasfasermatten eingelegt, danach ein Wabenmaterial f\u00fcr den Kern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1049\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734-169x300.jpg?resize=225%2C400&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?resize=768%2C1365&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?resize=700%2C1244&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1710-e1494675712734.jpg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Dar\u00fcber wird eine Folie (im Bild gr\u00fcn) luftdicht gelegt, damit die Absaugpumpe die Luft aussaugen und alles zusammenpressen kann.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Moment &#8211; man hat nur einen Versuch! Vom Heck wird das Harz angesaugt und hat 5 Stunden Zeit, sich bis zum Steven durchzuarbeiten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1053 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?resize=300%2C169&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?resize=700%2C394&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1738.jpg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1052 alignright\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610-169x300.jpg?resize=169%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?resize=768%2C1365&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?resize=700%2C1244&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1787-e1494676057610.jpg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Hier der Vorgang der sog. \u201eVakuum-Injektion\u201c im Bild. Am Heck wird in die T\u00f6pfe das Harz eingegossen, w\u00e4hrend am Bug die Luft abgesaugt wird. Und so saugt sich vom Heck her die Schale langsam aber stetig voll Harz, die eingelegten Glasfasser-Matten werden durch das Vakuum zusammengepresst und es entsteht ein fester Rumpf!<\/p>\n<p>Das klappte auch ganz gut, Reiner konnte mich beruhigen, obwohl ein kleines Segment harzfrei blieb, Doris und ich konnten sogar in aller Ruhe ins Ulmer Kino.<\/p>\n<p>Zwei Wochen und eine Grippe-Infektion sp\u00e4ter starten wir die zweite Reise nach Ulm, Reiner hatte Rumpf und Trailer pr\u00e4pariert, den Rumpf versteift, die erste Reise des Neubaus in den Norden zur Werft Fricke &amp; Dannhus am D\u00fcmmer konnte beginnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1054 size-large alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?resize=700%2C394&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?resize=700%2C394&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1803.jpg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Weil der Rumpf nicht geschlossen ist, war die Windwiderstandskraft gro\u00df, entsprechend der Spritverbrauch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So \u2013 da h\u00e4tten wir also schon mal einen Rumpf! Und nun?<\/p>\n<p>Was habe ich schon tage- und n\u00e4chtelang \u00fcberlegt, wie mein Schiff aussehen soll! Einige Grundbedingungen f\u00fcr eine gute Seemannschaft, dh einfaches Handling und saubere Bewegungsabl\u00e4ufe auf einem S-Kreuzer sind f\u00fcr mich wesentlich:<\/p>\n<ul>\n<li>ich will als Steuermann m\u00f6glichst weit nach vorn zur Kaj\u00fcte r\u00fccken k\u00f6nnen<\/li>\n<li>das Mannschaftsgewicht sollte sich m\u00f6glichst mittig nach vorn konzentrieren<\/li>\n<li>also muss die Kaj\u00fcte m\u00f6glichst nach vorn, dahinter sollte ein freier Durchgang ohne Reitbalken sein<\/li>\n<li>alle Bedienelemente sollen zentral erreichbar sein, also muss der sog. Tisch mit der Zentralwinsch gut positioniert werden<\/li>\n<li>das Ausreiten soll m\u00f6glichst bequem werden\u00a0 &#8211; \u00a0eben f\u00fcr uns alte S\u00e4cke<\/li>\n<li>und trotzdem soll man mit dem Schiff wasserwandern k\u00f6nnen, also muss man in der Kaj\u00fcte schlafen k\u00f6nnen<\/li>\n<li>die Strippen sollen m\u00f6glichst nicht sichtbar sein, auf keinen Fall im Cockpit hindern und m\u00f6glichst im Mastbereich runter auf den Schwertkasten f\u00fchren und in diesem (damit das Wasser nicht in die Kaj\u00fcte l\u00e4uft) nach hinten zum Tisch gelenkt werden<\/li>\n<li>\u00fcberhaupt muss man konstruktiv vermeiden, dass Wasser im Schiff stehen bleiben kann, neuralgische Punkte sind Mastst\u00fctze und Schwertkasten am Mastbereich, Spiluk und drum herum, weil mit dem Spi immer auch Wasser ins Schiff gelangt<\/li>\n<li>Lage der Auftriebsk\u00f6rper \u2013 wenn schon umfallen, soll das Schiff nicht auf dem Kopf oder Heck stehen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und dann kommen noch folgende \u00dcberlegungen: wo soll der Mast stehen und wie soll eigentlich der Mast versteift werden? Ich wei\u00df, fast alle anderen Jollenkreuzer haben ihre P\u00fcttings querab zum Mast, dort sind die Ober- und Unterwanten angeschlagen. Dazu braucht man dann ein Vorstag, damit der Mast nicht umf\u00e4llt, wenn kein Vorsegel gesetzt ist. Die \u201eLahme Ente\u201c hat jedoch Unterwanten, die ca. 30 cm vor und hinter der Oberwant ansetzen und an der ersten Saling enden, beide sind trimmbar, so dass ich eine sehr gute Kontrolle \u00fcber den Drehpunkt habe, \u00fcber den der auf dem Deck stehende Mast sich biegen l\u00e4sst. Ich glaube, dass das ein wesentlicher Punkt f\u00fcr die gute H\u00f6he ist, die das Boot segelt. Au\u00dferdem ben\u00f6tige ich kein Vorstag, das kann sich auch nicht vert\u00fcdeln mit Fock und Spinnaker. Also soll es auch so beim Neubau sein, was eine entsprechende Planung des gesamten Decks erfordert.<\/p>\n<p>3. Teil<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Auf der Werft<\/span><\/strong><\/p>\n<p>16.02.2017<\/p>\n<p>Jens Dannhus erwartet mich auf der Werft, der Rumpf ist jetzt gelagert und ausgerichtet auf der Wasserlinie, die man allerdings nur aus der Zeichnung erkennen kann, jetzt wird sie an dem Objekt bemessen und genau eingerichtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1055 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527-700x1244.jpg?resize=300%2C533&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?resize=700%2C1244&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?resize=768%2C1365&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1806-e1494678583527.jpg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Man sieht die Wabenstruktur des Rumpfes, die eine hohe Festigkeit bringen soll.<\/p>\n<p>Was mir bis dahin noch gar nicht klar war, f\u00fcr ein neues Schiff braucht man auch einen neuen Mast! Ein Anruf bei den Mastenlieferanten \u2013 ja klar, wenn ich im Herbst vergangenen Jahres angerufen h\u00e4tte, dann h\u00e4tte man einen Mast bestellen k\u00f6nnen, in diesem Jahr brauchte ich gar nicht daran zu denken, ein Profil nach meinen W\u00fcnschen zu erhalten!\u00a0 Aha \u2013 beim n\u00e4chsten Mal also daran denken, rechtzeitig die wesentlichen Komponenten bestellen. Zum Gl\u00fcck hat die Werft genau mein Profil noch im Lager!<\/p>\n<p>Soweit also f\u00fcrs erste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es folgt das Werftgespr\u00e4ch mit der Festlegung der n\u00e4chsten Schritte.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, wie der Ausbau m\u00f6glichst elegant, aber auch regelkonform gestaltet werden kann, muss man sich schon in die Klassenvorschrift vertiefen.<\/p>\n<p>Das kann durchaus Spa\u00df machen, wenn man ein neues Schiff baut. Au\u00dfer der Klassenvorschrift haben wir keine Vorgaben, aber wie hat die Konstrukteurin die Wasserlinie wohl gemeint, als sie den Rumpf gezeichnet hat. Wo beginnt der Messpunkt J, an dem der Fockroller eingebaut werden soll, denn danach bemisst sich die L\u00e4nge vom J-Ma\u00df, und am hinteren Ende vom Ma\u00df J steht der Mast. Die Klassenvorschrift l\u00e4sst einen Konstruktionsspielraum, ich rechne hin und her, Reiner hatte mir ein J-Ma\u00df von 2,11 m genannt, dann wird das Ma\u00df f\u00fcr I, die L\u00e4nge am Mast bis oben zur Fockrolle, maximal 7,11 m sein d\u00fcrfen. Ich begreife, jetzt f\u00e4ngt die Spielerei mit der Konstruktionsklasse ernst. Selbstverst\u00e4ndlich will ich die Ma\u00dfe ausreizen, wenn ich also ein Ma\u00df J von etwa 2,05 m nehme, wird I 7,32 lang.<\/p>\n<p>Und eine lange Anschnittskante f\u00fcr das Vorsegel ist gut f\u00fcr den Wirkungsgrad, sagt jedes Lehrbuch, man schaue nur bei Marchaj, Curry oder Bethwaite nach, meinen Koryph\u00e4en des \u2013 theoretischen &#8211; Segelsports. Ich habe ja schlie\u00dflich kein Schiffbaustudium, will aber dennoch einiges verstehen und kann die Autoren nur loben.<\/p>\n<p>Das Ma\u00df I muss aber auch noch mit dem Ma\u00df HT abgestimmt sein, der maximalen H\u00f6he des Punktes, bis wohin das Gro\u00dfsegel reichen darf. Und nicht zu vergessen, der Galgen f\u00fcr das Achterstag muss auch noch passen. Auf einmal macht die Spielerei Spa\u00df, ich t\u00fcftele noch lange hin und her.<\/p>\n<p>Auf der Werft m\u00fcssen Jens und ich also das Ma\u00df J festlegen, irgendwo muss ja der Mast auf dem Kaj\u00fctdach stehen. Spielraum hat man ja, ob also 2,05 m oder 2,11 m l\u00e4sst sich vielleicht noch sp\u00e4ter festlegen, andererseits muss unter dem Kaj\u00fctdach ja eine stabile Konstruktion der Mastst\u00fctze stehen. Ich wei\u00df, dass die fr\u00fcheren S-Kreuzer gerade da ihre Schwachstelle hatten, die \u201eLahme Ente\u201c habe ich dort einige Male verst\u00e4rkt, weil die Mastst\u00fctze sich auseinander gebogen hatte, als wir die Wanten mehr durchgesetzt haben. Mehr Spannung im Rigg wirkt sich positiv auf die zu segelnde H\u00f6he am Wind aus, also muss dies besonders beachtet werden.<\/p>\n<p>Wir legen provisorisch fest, wo die Spanten zur Aussteifung des Rumpfes gesetzt werden sollen, die Reiner erst provisorisch eingebaut hat. Auch das Gewicht muss letztlich stimmen, und jeder wei\u00df, dass man zu Beginn des Projektes am ehesten Gewicht einsparen kann. Gewogen hat Jens den Rumpf auch, 168 kg kommen raus mit einigen Spanten im Rumpf, ein durchaus akzeptabel geringes Gewicht.<\/p>\n<p>Auch die Rumpfh\u00f6he wollen wir festlegen, wir messen nach und k\u00f6nnten \u00fcberall vom Rand noch einige Zentimeter abschneiden, am Heck sogar fast 20 cm. Ein flacher Bootsk\u00f6rper ist auch leichter, und das will ich doch! Aber abschneiden kann man nur einmal. Und wie sieht das dann noch aus? Als ich wieder zu Hause angekommen, mit Reiner telefoniere, erinnert er an seine \u201eTelefonzelle\u201c, die zwar einen flachen Rumpf hatte, auf der aber die Kaj\u00fcte eben wie eine (englische, weil rote) Telefonzelle thronte, wenn jemand von euch noch eine solche kennt. Ich konnte nachts nicht schlafen; wenn Jens schon mit dem Schneiden begonnen hat?<\/p>\n<p>Jens hat zum Gl\u00fcck noch nicht begonnen, er wollte sich bei der Konstrukteurin erst noch r\u00fcckvergewissern und die l\u00e4uft noch Ski. Und so vergeht eine Woche nach der anderen. Jetzt haben wir schon Mitte M\u00e4rz, die H\u00f6lzer f\u00fcr das Schiff sind mittlerweile angekommen, die Spanten sind einlaminiert worden, der gesamten Rumpf innenseitig mit Epoxid ausgestrichen, der Schwertkasten und die Kojenfundamente eingebaut. Der Steven ist verst\u00e4rkt worden der Aufbau f\u00fcr die Aufnahme des Fockrollers mit Stehbolzen einlaminiert, danach wird der vordere Auftriebsk\u00f6rper eingebaut.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1891-1-e1494689046142.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1060 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1891-1-e1494689046142-169x300.jpg?resize=281%2C500&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1891-1-e1494689046142.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1891-1-e1494689046142.jpg?resize=768%2C1365&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/s-kreuzer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC_1891-1-e1494689046142.jpg?resize=700%2C1244&amp;ssl=1 700w, 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